Klima

Die Stadt der
Zukunft ist klimaresilient

Klimaschutz ist eine der zentralen Herausforderungen der Gegenwart. Hitzewellen, Trockenperioden und Starkregenereignisse nehmen zu und haben immer häufiger unmittelbare Auswirkungen auf unseren Lebensraum und somit auf unser Leben.

Großstädte wie Mannheim sind aufgrund von Versiegelung (Versiegelungsgrad von 40,2 Prozent) und verdichteter Bebauung besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. So ist die Anzahl der jährlichen Hitzetage mit Temperaturen von mindestens 30°C seit 1991 um 81 Prozent auf 21 Tage angestiegen.

Wie bleiben Städte und Kommunen trotz des Klimawandels auch in Zukunft lebenswert? Wie können sich Städte schon heute für Extremwetterereignisse wappnen? Die Fähigkeit einer Stadt, sich an den Klimawandel anzupassen um mögliche Schäden abzumildern, mit den Folgen umzugehen und um Chancen zu nutzen, nennt man Klimaresilienz.

Der Aufbau eines engmaschigen Klimamessnetzes in Mannheim ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur anpassungsfähigen und nachhaltigen Stadt. Die mit dem Klimamessnetz erhobenen Daten schaffen eine Grundlage, um zielgerichtete Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung zu treffen.

Nachfolgend eine Übersicht unserer Initiativen, die Klimaresilienz der Stadt Mannheim zu stärken und so die Bürger*innen besser vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen.

Klimaresilienz stärken

Derzeit installiert die Smart City Mannheim GmbH in einer Pilotphase insgesamt 50 Messstationen im Stadtgebiet von Mannheim. Die hochmodernen Sensoren werden in drei bis vier Metern Höhe an Straßenbeleuchtungsmasten zunächst in den Stadtbezirken Neckarstadt-Ost und -West installiert. In Echtzeit lassen sich damit wertvolle Klimadaten, wie Luftfeuchtigkeit und Lufttemperatur sowie Windgeschwindigkeit und Windrichtung erheben.

Mit Hilfe der Sensoren werden die klimatischen Bedingungen an Plätzen und Straßenzügen in den Stadtbezirken erfasst. Damit können beispielsweise die Effekte von geplanten Begrünungsmaßnahmen oder Frischluftschneisen evaluiert werden, um die klimatischen Bedingungen im Stadtbezirk zu verbessern.

Nach der Realisierung des Piloten soll anschließend in der Hauptprojektphase das Klimamessnetz über das gesamte Stadtgebiet erweitert werden. Neben dem primären Klimamessnetz erfolgt der Aufbau eines Niederschlagsmessnetzes, in das bereits bestehende Niederschlagsmessstandorte integriert und durch weitere qualitativ hochwertige Niederschlagsmessstationen ergänzend verdichtet werden.

Die erhobenen Messdaten aus dem Klimamessnetz werden in eine Umweltdatenplattform überführt und mit weiteren, bereits vorhandenen (historischen) Klimadaten zusammengeführt und analysiert.

Darauf aufbauend wird in einem zweiten Schritt die Entwicklung eines ersten (Mikro-)Klimamodells für die Stadt Mannheim inklusive Vorhersage, u.a. mit Methoden aus dem Bereich der KI, entwickelt.

Auf Basis relevanter Klimadaten wie beispielsweise Bodenfeuchtigkeits- und -Bodentemperatursensoren wird ein Bodenfeuchtemodell entwickelt, um den Bewässerungsaufwand bei der Bestandserhaltung und Erweiterung von Bäumen sowie Pflanzen zu optimieren.

Anhand der Bodenfeuchtigkeit soll mittels des Baumkatasters die optimal benötigte Wassermenge je Baumstandort analysiert werden. Kritische Zustände (Trockenstress) werden direkt im Dashboard angezeigt. Mittels Prognose wird ein optimaler Bewässerungsplan abgeleitet, um kritischen Zuständen vorzubeugen.

Künftig wäre auch die Einbindung weiterer Klimadaten wie Lufttemperatur, Oberflächentemperatur oder Niederschlag vorstellbar.

Anhand der engmaschigen Klimadatenbasis lassen sich verschiedene digitale Ansätze zur Klimafolgenanpassung umsetzen. Mittels der Echtzeitübertragung und -auswertung der Daten lassen sich konkrete Warnungen vor Extremsituationen generieren, um die Bevölkerung über gesundheitsgefährdende Situationen zu informieren und Handlungsempfehlungen auszusprechen.

Die kontinuierliche kleinräumige Klimadatenerhebung kann außerdem als Grundlage für die städtebauliche Planung und zur Evaluation von Maßnahmen der Klimakonditionierung dienen.

Viele weitere Anwendungsmöglichkeiten sind vorstellbar und werden derzeit gemeinsam mit Bürgern*innen, Stadtverwaltung und Unternehmen hinsichtlich ihres Nutzenpotentials diskutiert.